Niederländische Antillen

Urlaub auf den niederländischen Antillen: ein Stück Europa in der Karibik

Für die meisten Urlauber, die die Karibik bereisen wollen, ist vor allem die Dominikanische Republik ein beliebtes Reiseziel. Günstige Pauschalangebote und große, luxoriöse Hotelkomplexe sollen Besucher locken und prägen somit vorrangig das in Deutschland bestehende Karibik-Bild. Und das beinhaltet meist auch einen gewissen Unsicherheitsfaktor vor Ort. Bewachte Hotelanlagen ziehen eine klare Grenze zwischen dem Landesinneren und der Mentalität der Insel und den Urlaubern. Was wir dort finden, entspricht mehr einem gelebten Bilderbuch.

Dies trifft jedoch nicht auf alle Karibik-Inseln zu, was ich anhand meines Urlaubs auf der Antillen-Insel Curacao beschreiben möchte.

Wie Urlaub in den Niederlanden, nur in der Karibik

Die Antillen-Inseln Aruba, Bonaire und Curacao werden gemeinsam auch die ABC-Inseln genannt. Geografisch gehören Sie zu Südamerika und liegen keine 100km vor der venezuelanischen Küste. Während die ABC-Inseln zu den “Inseln unter dem Winde” gehören, umfassen die ehemaligen niederländischen Antillen noch weitere Inseln, die “über dem Winde” liegen, die ebenfalls zum Königreich der Niederlande gezählt werden. Hierbei handelt es sich um Saba, Sint Eustatius und St. Martin (auch Sint Maarten oder Saint-Martin). St. Martin hat dabei einen besonderen Status: die Insel ist halb niederländisch, halb französisch und hat somit die einzige direkte Landesgrenze zwischen den Niederlanden und Frankreich.

Die Insel Curacao ist rein niederländisch und ein autonomer Landesteil des Königreichs. Zwar wird hier nicht mit dem Euro gezahlt, stattdessen akzeptiert man den Dollar und hat mit Antillen-Gulden noch eine eigene Währung. Diese soll jedoch zukünftig 1:1 ersetzt werden, durch die bislang vorgeschlagene Währung, den karibischen Gulden.

Niederländische Antillen seit 2010 Geschichte

Die Währungsänderung ist auf die Auflösung der niederländischen Antillen am 10. Oktober 2010 zurückzuführen. Für Curacao bedeutet dies, dass sie innenpolitisch eigene Entscheidungen treffen und nur außenpolitisch nach wie vor durch die niederländische Krone bestimmt werden. Eine völlige Autonomie ist aber nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Trotzdessen ist man auf den Inseln, die zu den niederländischen Inseln zählten, den Niederlanden nicht gänzlich abgeneigt. So wird z.B. auf Aruba, Bonaire und Curacao neben der einheimischen Kreolsprache Papiamentu, niederländisch gesprochen. In Curacao wird seit 2008 in den Schulen auf niederländisch unterrichtet, was durch einen großteil der Bevölkerung befürwortet wurde.

Niederländische Antillen ist nach wie vor ein häufig verwendeter Begriff, wenn man sich mit den ehemaligen niederländischen Kolonien in der Karibik befasst, auch wenn er politisch nicht mehr korrekt ist.